Spielberichte 2016/2017

 

 



21. Spieltag am 21.Mai 2017
Turbine Halle vs. SV Blau-Weiß Dölau   1:2 (0:0)

von Sven Ziegler
Im Fußball gewinnt die Mannschaft, die mehr Tore als der Gegner schießt. Warum Turbines A-Jugend nicht mehr Tore als das Team aus der Dölauer Heide geschossen hat, glich schon in Halbzeit eins einer Verschwörungstheorie. Druck auf den Gegner, Spiel-und Lauffreude sowie die reifere Spielanlage zelebrierten die letzten elf übriggebliebenen Turbineros und es schien nur eine Frage der Zeit, wann der Aufdruck „Torfabrik“ auf dem Spielgerät seinem Namen alle Ehre macht. Immer wieder rollte Arthur Angriff auf Angriff auf das Gästetor, und immer wieder stand der Torwart oder das Unvermögen unserer Spieler im Weg. Die Gäste schienen sämtliche abgeholzte Bäume ihres neuen Kunstrasenareals mitgebracht zu haben, um ihr Tor zu verbarrikadieren. Klar überlegen und doch nur 0:0 stand es zur Pause, in der Personaländerungen unmöglich waren, obwohl auf der Auswechselbank mit Ian K. (verletzt) und Daniel V. (nicht spielberechtigt) absolute Hochkaräter Platz genommen hatten. In Halbzeit zwei wurde das Ende immer dicker, da Anton mit Sprunggelenkschaden den Platz verlassen musste und noch während der Behandlungszeit die Heidekicker sensationell in den Torwinkel trafen. Die nur noch zehn Turbineros tranken einen großen Schluck aus der Moralflasche und drängten auf den Ausgleich. Der fiel und es war großartig zu erleben, dass unser dezimiertes Felsenteam auch jetzt noch an den Dreier glaubte und sich weitere Chancen erarbeitete. Dass diese auch vergeben wurden, ist für alle Welt am Ergebnis abzulesen, und dass unsere Gäste einen Konter erfolgreich abschlossen, ebenso. Der Sonntag war gelaufen, die Kabine voll mit frustrierten Gesichtern, unser Felsen zerbröselt.
Nehmen wir es mit Friedrich Nietzsche: "Du solltest die notwendige Ungerechtigkeit in jedem Für und Wider begreifen lernen, die Ungerechtigkeit als unablösbar vom Leben". Gut gespielt und doch verloren. So einfach ist Fußball.

Turbine: Kadoch; Muth, Reinhardt, Schnurpfeil, Everding, Bose, Eichstädt, Kahle, Berndt, Blech, Könemann

 



20. Spieltag am 14.Mai 2017
FC ZWK Nebra vs. Turbine Halle   0:3 (0:0)

von Sven Ziegler
Der erste Lapsus ereignete sich am Abfahrtsort Landesmuseum, dort wo die Himmelsscheibe ausgestellt ist. Einer unsere Mittelfeldakteure hatte Heim-und Auswärtsspiel verwechselt und trabte vergnügt über unseren Felsen, um erstaunt festzustellen, dass das dort angereiste Personal nicht im geringsten einer A-Jugendmannschaft zuzuordnen war. Mit viertelstündiger Verspätung ging es auf die A38, um im beschaulichen Nebra, dort, wo die Himmelsscheibe ausgebuddelt wurde, über Lapsus Nummer zwei zu stolpern. Von den 12 angereisten Spielern waren laut Protokoll nur elf spielberechtigt, da eben auch die unter der Woche erhaltenen gelben Karten vollumfänglich einberechnet werden. Da allerdings auch der Gastgeber nur 22 Beine meldete, war in diesem Punkt Gleichstand erreicht und unsere Turbineros dürfen sich auf einen Kasten Trainerbier zur Abschlussfeier freuen. Zum Spiel: es war warm, der Platz in einem herrlichen Zustand, zudem stand Nachwuchstrainerlegende Detlef Wißner am Spielfeldrand. Und trotz all dieser sonnigen Momente bestimmte der Sandmann vom ersten Augenblick an die Partie. Das Spiel bot eine Art der Entschleunigung, als seien beide Mannschaften mit einem 56k Modem der frühen 90er Jahre unterwegs. 0:0 der Pausenstand und verdammt lange Gesichter am Ufer der Unstrut.
Deftige Trainerworte, die nicht nur den Sandmann vertreiben sollten, polterten zur Pause über die Aschenbahn und siehe da, unsere begabten Denkfabrikanten legten die berühmte Schippe drauf. Arthur, Anton und Baustudent Kilian schraubten den Trainerpuls auf unter 60 Schläge pro Minute und fuhren somit einen ungefährdeten Auswärtssieg ein. 25 Verbandsligapunkte stehen aktuell auf der Habenseite unserer Turbineros, das ist weit weg vom Tabellenende und noch stehen zwei Partien auf dem Spielplan.
Schade, dass nach Ende der Begegnung der Bockwurststand nicht mehr liefern konnte, da 58 km Heimfahrt ohne Mageninhalt doch erhebliches Unmutspotential offenbarte. Aber Schwamm drüber, drei Ligapunkte sind weit mehr Wert als eine besenfte Wurst.

Turbine: Kadoch; Schkopik, Reinhardt, Schnurpfeil, Everding, Eichstädt, Bose, Blech, Berndt, Kahle, Könemann

 



18. Spieltag am 10.Mai 2017
FSV Bennstedt vs. Turbine Halle   2:2 (1:2)

von Sven Ziegler
93 mal 72 Meter. Der Ausweichspielplatz der Bennstedter Fußballgemeinde glich einer Rittersporttafel im Maßstab vergrößert. Auf der Höhnstedter Höhe war am vergangenen Mittwoch der Sonnenuntergang das Eindrucksvollste, was die Zuschauer und Betreuer beider A-Jugendmannschaften zu sehen bekamen. Nach schneller 2:0 Führung vermochten es unsere Turbineros nicht, das Spiel ansehnlich und erfolgreich zu gestalten. In keinem der vorangegangenen 18 Saisonpunktspiele war das Spielgerät der Sonne so nah; auch wurde der Weltrekord an überspielten Pusteblumen mit weiten Schlägen in diesem Spiel gebrochen. Das 2:2 reichte beiden Teams, um auch rechnerisch die Klasse zu halten, aber dieses „Hoch und Weit“ vorrangig der Gastgeber stand in keinem Vergleich zu den hervorragenden Weinsorten der Umgebung. Aber auch Dank an dieser Stelle den Bennstedtern, die unserem Wunsch, dieses Spiel zu verlegen, nachgekommen sind, und somit unserer Abiturcombo ein freies Lernwochenende ermöglicht hatten.

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Franz, Schnurpfeil, Koegel, Everding, Kallen, Bose, Reinhardt, Blech, Berndt, Kahle, Eichstädt

 



19. Spieltag am 7.Mai 2017
Turbine Halle SV 09 Staßfurt   7:0 (4:0)

von Sven Ziegler
Das Ende vom Schwein ist der Anfang der Wurst oder auf unsere Turbineros übertragen: Das Ende der Schulzeit ist der Beginn schwerwiegender Entscheidungsveränderungen ab dem kommenden Herbst. Aber dazwischen liegt ein phantastischer Sommer, der nach den kopflastigen Abiturprüfungen am gestrigen Sonntag begann und das mit einem gewaltigen Paukenschlag. Vier Wochen ohne Spiel, vier Wochen Training mit einer Übungsgruppe, die zahlenmäßig an die Skisprungnationalmannschaft des Südsudan erinnerte, ließen keinerlei Rückschlüsse auf die Form des Gesamtgefüges "A-Jugend" zu. Umso bemerkenswerter die Startphase unserer Felsenkicker, die loslegten, als hätte das Team einen Staudamm als Energiespeicher verschluckt. Stürmisch berannten sie das Tor der Vereinsheimseite, ohne allerdings die bestens herausgespielten Chancen zu nutzen. Verrückt die Situation beim ersten Angriff unserer Gäste, die mit einer ungstümen Abwehraktion im Elfmeterpfiff endete. Der Stassfurter Käpt´n gegen Konsti Kahn, der nicht nur Weltklassehandschuhe am Körper trug, sondern eben auch das dazugehörige Schuhwerk. Sensationsparade mit der rechten Klebe und die Doppel-Null stand weiterhin auf der nichtvorhandenen Anzeigetafel. Diese Tatsache sollte allerdings nur noch wenige Minuten Bestand haben, da unsere Felsenkicker  immer tiefer in die Streichholzschachtel griffen, um dem Feuerwerk den entscheidenden Zündfunken zuzuführen.
Vier Tore in Halbzeit eins durch die üblichen Verdächtigen belegten, zu welchen Leistungen ein gesunder Körper fähig ist, wenn der Matura-Presslufthammer abgeschaltet im Schulflur verrostet. Freier Kopf für freie Bürger; der Spaß ist zurück und das bekamen unsere Gäste aus der Geburtsstadt des weltweiten Kalibergbaus ganz dick aufs Brot geschmiert. Drei weitere Treffer in Halbzeit zwei belegten das Übergewicht unserer Blauen über die restliche Spielzeit und sorgten somit für den höchsten Verbandsligasieg der jüngeren Vereinsgeschichte. Fröhliche Gesichter in Kabine 4; der Rest der Saison ist Schaulaufen auf Sachsen-Anhalts südlichen Fußballplätzen; es wird ein herrlicher Sommer vor dem wegweisenden Herbst.

Turbine: King Kadoch; Muth, Schnurpfeil, Schkopik, Everding, Könemann, Kallen, Berndt, Bose, Blech, Kahle, Eichstädt, Reinhardt

 



17. Spieltag am 2.April 2017
VfB IMO Merseburg vs. Turbine Halle   11:1 (8:1)

von Sven Ziegler
Diesem Spiel aus Turbinesicht etwas Positives abgewinnen zu wollen, dürfte selbst lebensbejahenden Berufsspaßmachern ungemein schwerfallen. 1:8 zur Pause ließ ein Debakel erahnen, bei dem Vergleiche schwerfallen; vielleicht kommt der Sachverhalt des Traktors, der 11 hoffnungsvoll unterlegene Ameisen überfährt, dem am nächsten. Fünf Minuten hielt das 0:0, das sind vier Minuten länger als im Hinspiel, aber drei Tore in den folgenden zwei Minuten zeigten die ganze Hilflosigkeit der angereisten 23 einsatzfähigen Beine. Unser etatmäßiger Torwart schickte Glücksgrüße aus Hamburg, die gelb/rote Karte des Vorwochenendes stand in Zivil am Spielfeldrand und die mangelnde Trainingsbeteiligung der vergangenen Wochen winkte 90 Minuten der Gastmannschaft zu. Der witzigste Spruch des Tages kam allerdings vom Spielfeldrand der Merseburger Auswechselbank im Anschluss an das 8:1, welches sofort nach Antons Tor zum 1:7 fiel: "Das war die richtige Antwort!" Uns bleibt nur der hoffnungslose Blick an die Tabellenspitze einer anderen Liga, verbunden mit den besten Wünschen an die Merseburger, gegen Stendal und Aue die nächsten Schritte erfolgreich zu gestalten.
Großer Dank an Dominik, der durch sein aufopferungsvolles Spiel in unserem Team den Sieg seiner B-Jugend verpasste … und da ist ja dann doch noch etwas Positives aufgetaucht.

Turbine: Schkopik; Muth, Könemann, Schnurpfeil, Kallen, Bose, Blech, Gold, Reinhardt, Everding, Berndt, Eichstädt

 



16. Spieltag am 26.März 2017
Turbine Halle vs. SpG Großgrimma/Zorbau   1:2 (1:1)

von Sven Ziegler
Es gibt gebrauchte Tage, an denen sollte man lieber Altherren-Schlüpfer bügeln, alte Ostbriefmarken anschauen oder blauschwarze Turbine-Trikots verkaufen als ein A-Jugend-Spiel als Trainer zu begleiten. Sechs gelbe Karten, dazu eine rote, eine schwere Schlüsselbeinprellung in Minute neunzig und die dazugehörige Niederlage versemmelten den Sonntag trotz frühlingshafter Vorsonne. Das Spiel war ein Versuch zwischen Stückwerk und Bemühen; einzig die Moral unserer Felsenkicker war und ist nach wie vor ungebrochen.
Positiv zu bewerten ist allerdings die Tatsache, dass im Unterschied zum Spiel des HFC am Samstagmittag, als 6000 enttäuschte Gesichter den Heimweg antraten, es bei uns nur vier waren …
Beste Genesungswünsche an dieser Stelle an Björn, der hoffentlich bald wieder zum Kader zählen kann.

Turbine: Kadoch; Muth, Fehse, Schkopik, Kallen, Eichstädt, Schnurpfeil, Bose, Blech, Könemann, Kahle, Fütterer, Reinhardt

 



15. Spieltag am 19.März 2017
Turbine Halle vs. JFV Sandersdorf-Thalheim   2:1 (0:1)

von Sven Ziegler
Wenn das Fernsehprogramm zur Nebensache mutiert und das Regenradar einschließlich aller zur Verfügung stehenden Wettervorhersage-Apps sämtliche Bildschirme der Vereinsverantwortlichen diktiert, dann stehen bei Turbine Halle mehrere Großfeld-Heimspiele auf dem Plan. So auch am vergangenen Wochenende, als es den Platzkontrollkommissaren darum ging, den einzigen zur Verfügung stehenden Hauptrasen minimal zu belasten um nicht sämtliche Spiele mit 18ner Eisen auf dem zart heranwachsenden Grün absolvieren zu müssen.
Die große Ernüchterung erfolgte am Samstagmorgen. Der Nachtregen hatte unsere Ausweichspielstätte, den ältesten Ascheplatz der Stadt in ein Tagebaurestloch verwandelt, worauf unsere Vereinsführung ernsthaft darüber nachdenken sollte, sich mit diesen Möglichkeiten für die deutschen Meisterschaften im Binnenangeln zu bewerben. Somit musste die Hauptwiese 270 Minuten Männerfußball ertragen, was dem Greenkeeper am Montag darauf wohl wieder Schweißperlen und Unverständnis auf die Stirn projizieren dürfte. Half alles nichts, Absagen standen nur eingeschränkt zur Debatte ... also Augen zu und durch (den Schlamm). Die Männerteams machten es Samstagmittag vor: zwei Spiele, zwei Siege - unser Felsen eine Festung aus Erde und Regenwürmern. Am Sonntagmorgen folgte ein weiteres Kapitel der ungeschminkten Realität. Regen auf Radar und Wiese sowie Wellenbildung für beste Surfmöglichkeiten auf den Außenbahnen des Schotters.
Zum Spiel: der Tabellenzweite aus Sandersdorf-Thalheim begann mit einem Massenstart der Formel 1. Überfallartig wurden unsere Turbineros an den Rand des Kindergartens Rainstraße gedrückt und es war einzig Konsti und seinen Weltklassehandschuhen zu verdanken, dass wir nach fünf gespielten Minuten nichts Zählbares notieren durften. Allmählich erholte sich unsere Abiturcombo von den anfänglichen Schreckensmomenten und gestaltete das Spiel leicht optimistischer, allerdings nicht ohne das Pfostenglück für sich in Anspruch zu nehmen. Logisch das 0:1, weil der Dauerdruck unserer Gäste einfach nicht nachließ. Zweite Halbzeit: das Zitat unseres Turbine-Urgesteins Detlef Wißner brachte es auf den Punkt: "Bei diesem Spiel musst du auf das Mittagessen verzichten können". Unsere Felsenkicker nahmen plötzlich das Heft des Handelns in die Hand, erspielten sich im Mittelfeld Vorteile und erwirtschafteten sich einige Torchancen. Der Ausgleich in Minute 78 war hochverdient und ließ Trainer und Autor Stoßgebete zum Himmel senden, dass dieses 1:1 doch schön im Protokoll zu lesen wäre. Da aber Herr Wißner bekanntermaßen auf seine Mittagsmahlzeit verzichtete, sollte der Felsenhimmel nicht nur voller Geigen hängen. In der Schlussphase des Spiels packte das Turbineorchester plötzlich auch noch die Pauken und Trompeten aus, berauschte sich selbst und die wenigen Zuschauer mit dem 2:1 Siegtreffer. Großes Kino hoch über der Saale am Lehmannsfelsen ... es gibt Tage, da willst du eigentlich gar nicht aufstehen um dann festzustellen, das sensationelle Wendungen es ermöglichen würden, dass du dich gar nicht mehr hinlegen möchtest.....  
Sandersdorf/Thalheim vom Silberrang gestürzt; das war am verregneten Sonntagmorgen so nicht zu erwarten.  

Turbine: Kadoch; Koegel, Muth, Könemann, Schkopik, Franz, Blech, Kallen, Bose, Berndt, Eichstädt, Kahle, Feist, Everding, Schnurpfeil

 



14. Spieltag am 12.März 2017
VfL Halle 96 vs. Turbine Halle 6:0 (3:0)


Turbine: Kadoch; Muth, Koegel, Schkopik, Bose, Kallen, Blech, Könemann, Berndt, Everding, Kahle, Schnurpfeil, Eichstädt, Reinhardt

 



13. Spieltag am 5.März 2017
VfB Sangerhausen vs. Turbine Halle   3:1 (1:1)

von Sven Ziegler
Mit gehörig Frust und leeren Händen kehrten unsere A-Junioren aus Sangerhausen zurück. Konnte die erste Halbzeit noch offen gestaltet werden, hingen die Trauben am Rande der Goldenen Aue in Halbzeit zwei zu hoch. Unsere Turbine produzierte nach dem Doppelschlag der Rosenstädter maximal Niederspannung und kam selten zu gefährlichen Angriffen. Die dichte Abwehr der Hausherren stand sattelfest auf dem Kunstrasen, so dass selbst die sich in den Schlagzeilen befindliche Hamsterpopulation dort kein neues zu Hause suchen wird. Diese neunzig Minuten abhaken und voll konzentriert die montaglichen 210 Minuten Mathe-Vorabitur überstehen. Solch eine Aufgabe zu meistern ist weit wichtiger, als sich an einem Sonntagmittag ungefiltert den mansfeldischen Dialekt um die Ohren wehen zu lassen.
(Zitat: "wenner deen nisch macht, krichter heute obend nischt zu fressn")  

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Reinhardt, Franz, Bose, Kallen, Eichstädt, Schnurpfeil, Blech, Könemann, Everding, Büchner, Berndt, Kahle

 



12. Spieltag am 26.Februar 2017
Turbine Halle vs. SV Merseburg 99   4:1 (1:0)

von Sven Ziegler
Wer an beiden Wochenendtagen zur Mittagszeit unseren Felsen besuchte, durfte sich die äußerst interessante Frage stellen, weshalb unter dem Begriff "Fußball" zwei völlig unterschiedlichen Sportarten definiert werden können. Kickte am Samstagmittag unsere dritte Herrenmannschaft auf dem altehrwürdigen Schottergeläuf, hatte man das Gefühl, lieber als blinder Passagier die Tiefsee erkunden zu wollen, als sich die Sehschärfe samt Vereinsbrille neunzig Minuten lang zertrümmern zu lassen. Ganz anders 25 Stunden später auf selbigem Untergrund: Unsere A-Jugend empfing zum Rückrundenstart den Tabellennachbarn aus Merseburg und zeigte auf der ungeliebten Asche, dass es durchaus möglich ist, ansehnlichen Sport den interessierten Zuschauern zu bieten.
Dass das Sorgerecht für unsere Juniorenmannschaft noch nicht ganz abgelaufen ist, verdeutlichte die Tatsache, dass nur 14 der 15 eingeladenen Akteure zum Treffpunkt erschienen und besagte Nummer 15 wenig ausredegewandt dem Telefon zuflüsterte, nichts von einem Punktspiel geahnt oder gehört zu haben.
Glücklicherweise hatte aber Schiri Peter aus Arnstedt vom Punktspiel erfahren, der erstmalig auf unserem Felsen ein Ligamatch pfiff. Vom Anpfiff an übernahmen unsere Gäste aus der Domstadt das Mittelfeldkommando, drängten unsere Turbineros in die eigene Hälfte; ohne allerdings großartige Torchancen zu kreieren. Die erste dieser Art hatte nach einigen vergeblichen Anläufen dann doch unser Heimteam und nach Vollendung zum 1:0 war dieser Treffer der Auslöser einer gewaltigen sonntäglichen "Blech-Lawine". Auf Konter gebürstet, starteten unsere Altpubertierenden aus einer sicheren Abwehr heraus mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr Versuche dieser taktischen Überfallangriffe. Das leere Tor vor Augen und dann doch nur der Abschluss ans Außennetz ließen kurzzeitig schlimmste Assoziationen vom T3 Vortagsmatch aufflammen, die dann in Minute 71 erloschen, als unsere Nummer 9 die Symbiose aus Ball und Tornetz überlegt zu nutzen wusste. Glücklicherweise führte der Anschlusstreffer zum 2:1 nur zu einem kurzzeitigen Nervenengpass auf der Trainerbank, da "Mister Torabschluss" zehn Minuten später technisch akkurat ins Glück lupfte. Die Krone des Sonntags war allerdings der Konter zum 4:1. Sieben Minuten vor dem Schlusspfiff lieferte unsere Turbine eine Überkapazität an Spielfreude, die den Felsen kurzzeitig grell aufblitzen ließ. An einen Spielzug wie ein Gemälde wurde Lametta gehängt, mit dem die Protagonisten Eichstädt, Kallen, Blech und Berndt die Abiturprüfung im "schnellen Umschaltspiel" ablegten. Treffender Kommentar vom Spielfeldrand: "So etwas siehst du eigentlich nur im Bezahlfernsehen." Dem war nichts hinzuzufügen.
Gut gestartet in die Rückserie; auch dank einer überragenden Leistung unseres B-jugendlichen Verteidigers Paul Franz, dessen Trainer zurecht eine interne finanzielle Zuwendung forderte.
Aktuell 15 Punkte nehmen ordentlich Druck vom Kessel, der Abstand zum roten Bereich vergrößerte sich und damit sollte auch der Kopf für die wirklich wichtigen Abiturprüfungen des echten Lebens freier werden. Männer, eine große Party rückt näher.


Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Franz, Everding, Eichstädt, Kallen, Bose, Berndt, Könemann, Blech, Koegel, Schnurpfeil, Kahle

 



7. Januar 2017
Hallenturnier des FC Halle-Neustadt

von Sven Ziegler
Aus dem Winterschlaf in die Hallensaison. Turbines A-Jugend nahm erstmals am „Frösche-Cup“ im Neustädter Bildungszentrum teil und überraschte mit einem stark ausgeschlafenen Auftritt. Gleich im ersten Gruppenspiel lauerte unser Dauerrivale vom S-Bahnhof Zoo und schon in diesen 10 Spielminuten stand der Turbinekessel mächtig unter Dampf. 1:0 durch eine typische Blech-Bude war letztendlich für den Gegner ein noch gut geratenes Resultat. Danach ging es gegen die vermeintlich schwächeren Gegner (Neustadt II/3:1 und Edelweiß Arnstedt/4:0) darum, den Druck am Köcheln zu halten, und dies gelang eindrucksvoll. Es wurde teilweise kombiniert, das selbst Sky-Abonnenten diese Ballstafetten nur verschlüsselt hätten sehen können. Showdown im Gruppenfinale gegen die IMO aus Merseburg, die zugegebenermaßen „nur“ mit ihrer B-Jugend angereist war, aber auch diese Combo rockt einsam ihre (Verbands-)Liga und glänzte bis dato verluspunktfrei in der Vorrunde. Anthony 1:0, Ian 2:0, Axel 3:0; dazu ein Angebot unsererseits, dem Gegner eine zweiminütige Überzahl zu gönnen, da durch ein Techtelmechtel unsere Nummer 4
120 Abkühlsekunden verordnet bekam. Die Halle rieb sich die Augen, mit welcher Wucht unsere Turbinekicker die Stahlrohre der IMO zum Schmelzen brachten und eigens extreme Spannungsspitzen produzierten. Platz eins der Gruppe, angefressenen IMO-Eltern und der Finaleinzug gegen den Sieger der Parallelgruppe, die insgesamt als die schwächere einzuschätzen war, war der Lohn einer hervorragenden Kollektivleistung.
Endspiel gegen die Kicker des BSV Ammendorf, die sich überraschenderweise gegen den VFC Plauen durchsetzen konnten, weil dieser die Passmaschine 10 Minuten zu spät eingeölt hatte.
Finale: klarer Favorit, unklarer Kopf. Dauerdruck auf das Alugehäuse der Südhallenser, die gut verdichteten und vergebens auf Konter lauerten. Aus dem Nichts dann doch das 0:1; ein Tor, welches wir zu allem Überfluss auch noch selbst erzielten. Abpfiff, Frust und lange Turbine-Gesichter, die mit Platz zwei so wenig anfangen konnten, wie aktuell Brad Pitt mit Angelina Jolie.
Trotz dieses Ausrutschers war es ein extrem stabilstarker Auftritt unserer Jungturbineros, der große Hoffnungen auf die bevorstehende Liga-Rückrunde schürt. Auf der abendlichen Rückfahrt in den halleschen Norden dann ein Wettangebot der im Wagenfond Sitzenden, im Trainerauto rauchen zu dürfen; aber eher wird man wohl lebende Dinosaurier auf dem Mond entdecken, als das der Trainer diesen Wetteinsatz einlösen muss.

Turbine: Kadoch; Kallen, Bose, Blech, Eichstädt, Everding, Kahle, Schkopik

 



11. Spieltag am 5. November 2016
Turbine Halle vs. SG Braunsbedra/Mücheln   3:1 (1:1)

von Sven Ziegler
Tief Ilka meinte es gut mit unseren jugendlichen Turbineros. Die angekündigten Wassermassen hielt es bis zum Abpfiff zurück, um dann allerdings mit voller Wucht unseren Schotterplatz in den Rappbodestausee zu verwandeln, sodass das darauffolgende Männerpunktspiel abgebrochen werden musste, da Fußball und Tiefseetauchen völlig unterschiedliche Sportarten sind und wir als Verein nicht gegen Ertrinken versichert sind.
Aber zum Spiel unsere Jugendcombo: Seltsam, dass in jedem der letzten Punktspiele die Anfangsphase verschlafen wurde und auch in diesem Match der Sandmann die Augen unserer Spieler fest verklebte. Braunsbedra bestimmte das Spiel und die Heimelf schonte die arg strapazierte Südhälfte unserer Felsenarena, was einzig dem Platzpersonal gefallen durfte. Das logische 0:1 fiel nach 13 Minuten, aber es war auch der Auftakt, um den Sandmann mit dem Knüppel vom Hof zu jagen. Keine einhundert Sekunden später der Ausgleich, als Florian mit einem satten Schuss ins kurze Eck den Missmut des Trainers ein wenig milderte. Ein Punkt aus diesem Spiel war nicht das Erhoffte und würde in der dreiwöchigen nachfolgenden Spielpause leider auch zu einem unnötigen Lustverlust führen; somit war die Halbzeitmotivation klar auf das Hochkrempeln der Ärmel fixiert, um die spielerisch fehlende Linie mit Kämpferherzen auszugleichen. Dies wurde umgesetzt und unsere in Blau gekleideten Felsenkicker suchten die Entscheidung. Julius´s fulminanter Schuss an die Unterkante der Querlatte war der Auftakt zu einer aufregenden Schlussphase, die einen Elfmeter, zwei gelbe und eine gelb/rote Karte sowie das klug herausgespielte 3:1 hervorbrachten. Es war ein Erfolg des Willens, die geforderten drei Punkte wurden eingetütet und der Abstand zum Abgrund weiter vergrößert. Warum aber in der Gästekabine auch nach dem Spiel der unerträgliche Tieftöner mit Strom versorgt wurde, bleibt zumindest für uns ein großes Geiseltalgeheimnis. Dann doch lieber die „Süddeutsche“ auf der Auswechselbank.

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Koegel, Reinhardt, Kallen, Bose, Everding, Schnurpfeil, Berndt, Eichstädt, Könemann, Kahle

 



10. Spieltag am 29. Oktober 2016
SV Blau-Weiß Dölau vs. Turbine Halle   2:1 (2:1)

von Sven Ziegler
Samstagmittag, Heidearena Dölau; genau da, wo schon seit Jahren kein Zug mehr hält und der dort ansässige Verein trotz stillgelegter Bahnstrecke den Anschluss nicht verpasst und märchenhaft durch die Ligen marschiert. Dies gilt zumindest für das Aushängeschild „Erste Herren“. Aber auch das nachfolgende A-Jugendteam steht auf einem Verbandsliga-Spitzenplatz. Und wenn die IMO im vergangenen Sommer den Aufstieg nicht versemmelt hätte, würden die Heidekicker aktuell mit beiden Fäusten an die Regionalligatür klopfen.
Das die Fakten; kommen wir nun zum wirklich Erlebten. Zwei Standards, zwei Gegentore in Halbzeit eins. Dank der Torpedotorschusstechnik eines Einzelnen geriet unser Felsenteam wiederholt in Rückstand, hielt aber selbst in diesen ersten 45 Minuten ordentlich dagegen und erspielte sich mindestens Gleichwertigkeit. Halbzeit zwei bot danach ein völlig anderes Bild. Das Pulver verschossen, bettelte das Heimteam um den Ausgleich. Turbine erspielte sich Torchancen, die ungenutzt den Trainer in den Kunstrasen (Wunschmodell ‚Turbine‘) beißen ließen. Sportschaureife Angriffe wurden vorgetragen, an deren Verwertungskettenende der Fuß den Ball nicht in das einzig dafür aufgebaute Aluminiumgestänge versenkte. Die Frage nach dem „Warum?“ stellt zumindest für den Übungsleiter die großen Themen der Woche wie Ceta oder der Beginn des Reformationsjubiläums in unserem Bundesland gehörig in den Schatten dieser Niederlage. Die Ursachensuche zwischen Unvermögen, Pech und fußballgöttlicher Bestrafung wird mindestens bis zum nächsten Punktspiel die Hirnzellen aufheizen und erfahrungsgemäß zu keiner Erkenntnis führen.
Es fühlte sich unerträglich an, aus der Heimkabine den stampfenden Siegerbass ertragen zu müssen, während die spieltechnisch überlegene Mannschaft frustriert und ungeduscht über die unkrautüberwucherten Gleise die Rückfahrt antreten musste. Eine fußballerische Revolution müsste verabschiedet werden, bei der das Ergebnis eine zweitrangige Rolle übernimmt, eine sogenannte B-Note in die Tabelle einfließt. Dieses umzusetzen ist wohl schwieriger, als Lionel Messi zum Kanenaer SV zu transferieren. Und in sicherlich absehbarer Zeit würden die aktuellen Befürworter dieser Praxis lauthals deren Abschaffung fordern, spätestens wenn die Gegner geschlagen nach Hause fahren und ihre schönsten Spielzüge ungenutzt in den Weitsprunggruben oder Pappelästen dieser Welt versanden.
Der Unparteiische, der eine tadellose Leistung ablieferte, brachte es auf den Punkt: „Ich kann doch kein Tor pfeifen, wenn ihr keins macht“. So einfach ist es ohne B-Note.

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Everding, Bose, Kallen, Schnurpfeil, Berndt, Reinhardt, Kahle, Könemann, Eichstädt, Koegel

 



9. Spieltag am 22. Oktober 2016
Turbine Halle vs. FC ZWK Nebra   1:1 (0:0)

von Sven Ziegler
Der Trainer als Wilhelm Busch. Für Ignoranten der gutenbergischen Erfindung sei erklärt, dass dies ein großartiger Pionier und Vorbote des heutigen Comics war, ein hochgeschätzter Märchenerzähler des 19. Jahrhunderts. Sein berühmtestes Buch ist unter dem Titel „Max und Moritz“ erschienen und spätestens hier spannt sich der Bogen zur aktuellen A-Jugend Mannschaft unserer Felsenkicker.
Die Kabinenansprachen sind wohl von der jüngsten Bambinimannschaft bis in die elitären Kreise der Bundesliga ein besonderes Ritual, in denen die Teams vom Trainer auf die jeweils bevorstehenden Auseinandersetzungen eingestellt und eingeschworen werden. Dieses ganze Prozedere hat noch wenig mit Wilhelm Busch zu tun, aber spätestens nach zehn gespielten Minuten am vergangenen Samstag auf unserem Felsen gegen den punktlosen Tabellenletzten fühlte man sich mit Brachialgewalt in die Welt der Märchenerzähler versetzt. Nichts vom Gesagten wurde umgesetzt, kein Satz wurde vom Gebilde zwischen den Ohren aufgehalten; so als hätte man die Geschichte vom Lehrer Lempel erzählt, der durch eine manipulierte Meerschaumpfeife durch die frechen Buben Max und Moritz schwer verletzt wurde. Als nichtnachahmenswert erkannt ignorierten unsere Jungturbineros die Ansprache vor dem wichtigen Kellerduell in vollem Umfang und ließen den Übungsleiter als Busch auf der Tartanbahn verkümmern.
Ein taktischer Hühnerhaufen findet eben kein Korn und dieses war gegen die Unstrutstädter auch nicht tiefer als die Himmelsscheibe vergraben. In der kommenden Woche werden wir das Wort „außen“ in unser Trainingsprogramm aufnehmen, da es offensichtlich in den verschiedenen Gymnasialzweigen nicht behandelt wurde bzw. unsere Felsenkicker zu diesen Zeitpunkten an ihren inneren Werten gearbeitet haben. Auszunehmen aus dieser gesamten Kritik ist Kister Konsti, der mal wieder mit Weltklasseparaden sein Tor (fast) sauber hielt aber auch er beispielsweise beim Stellen der Mauer die Ignoranz des Teams mit voller Wucht erfuhr. Zurück bleiben somit ein frustrierter Keeper und ein Märchenerzähler, in dessen dickem Hals sämtliche Saturnringe kreiseln könnten.

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Koegel, Blech, Eichstädt, Könemann, Kahle, Berndt, Kallen, Bose, Reinhardt, Schnurpfeil, Everding

 



7. Spieltag am 8. Oktober 2016
Turbine Halle vs. FSV Bennstedt   1:3 (1:1)

von Sven Ziegler
"Die spielen ja ganz gefällig, aber nach vorn völlig ungefährlich ..." Diese Aussage eines Sympathisanten der Gäste über unser Felsenteam trifft den Kern des faulen Apfels. Die Schwere der Liga wird auf zu wenige Schultern verteilt und diese einzelnen Protagonisten reichen nicht aus, um im sicheren Hafen der Tabelle zu ankern. Völlig überfordert überrannte uns der Bennstedt-Express in den ersten fünf Minuten der Partie, sodass wir vor lauter Schnappatmungsmomenten gar nicht wussten, bei wem wir uns über das lange Zeit schmeichelhafte 0:0 bedanken konnten. Es ist nicht unbedingt der Fitnesszustand unserer Felsenkicker, der Sorgen bereitet; es ist eher die fehlende Gedankenschnelligkeit, die uns im Gegensatz zu unseren Gegnern zu schaffen macht.
Der C64 (für unsere jungen Leser: 8bit Heimcomputer mit 64 kb Arbeitsspeicher) muss raus aus den Köpfen, da er mehr als drei Ballberührungen eh nicht verarbeiten kann; eine Ballannahme über zwei Sekunden hat 1974 noch für den Weltmeistertitel gereicht, heute muss quasi in gleicher Zeit von der Balleroberung zum Torabschluss über sechs Stationen das komplette Spielfeld überbrückt werden.
Unsere Mannschaft muss ihre Verhaltensökonomie drastisch ändern, möchte sie nicht in der kommenden Saison am Muldestausee baden gehen. Ernstgemeinte Ratschläge, um die Denkgeschwindigkeit zu erhöhen, sind Kaugummikauen, selbstgesetzte Zeitlimits, Querfeldeindenken, Zehenwackeln und Spazierengehen. Das Training wird sich in den kommenden Wochen verändern; die Latenz vom ankommenden Ball über den Hirnbefehl, ihn sauber und erfolgreich weiterzuleiten, darf über eine 200 mbit/s Leitung erfolgen; die Mannschaft muss sich aus der Zeit der Telefonwählscheibe und des Wäschewaschens am Fluss verabschieden. Der Kopf steckt noch nicht vollständig im Sand aber der Wüstenwind orkaniert unerbittlich.
Beim HSV wird in solchen Fällen der Trainer an den Strand der Außenelbe gesetzt, bei uns wird am Donnerstag die Krise im Vereinsheim besprochen. Und dieses steht bekanntermaßen unweit der Saalepromenade.

Turbine: Kadoch; Muth, Wehse, Koegel, Schnurpfeil, Bose, Kallen, Berndt, Everding, Blech, Vollmer, Büchner, Kahle, Reinhardt

 



6. Spieltag am 25. September 2016
SpG Großgrimma/Zorbau vs. Turbine Halle   1:3 (0:2)

von Sven Ziegler
Dieses „endlich“ nach neunzig umkämpften Spielminuten war endlos. Der erste Verbandsligadreier hing quasi als physisches Gebilde inmitten der Kabine und fühlte sich wohlig wertvoll an. 3:1 beim Mitaufsteiger Großgrimma/Zorbau zu gewinnen, der eine bärenstarke Saison bisher spielte (Platz 3), war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. In gleichem Atemzug muss allerdings erwähnt werden, dass die Heimmannschaft in Halbzeit eins klar vorgab, wo der Elch die Schaufel hat und welches von beiden Teams im oberen Drittel der Tabelle steht. Klare Torchancen wurden vergeben und wie oft Pfosten oder Latte zu Ballberührungen kamen, ist nicht vollumfänglich dokumentiert. Das Sahnehäubchen der Chancenvergebung war ein gegen uns zu Recht gepfiffener Elfmeter, den Kister Konsti allerdings mit einem sensationellen Flugmanöver, welches keine Kunstflugstaffel perfekter inszenieren könnte, entschärfte. Und wie oft in solchen Spielen trifft dann eben der andere das Tor, wobei diesmal unsere Turbineros den Glücksklee unter ihren Sohlen haften hatten. 2:0 Pausenführung; die Einstellung stimmte, die Leistung weniger. Im Schatten der Buchen wurde in der Halbzeit an den spielerischen Stellschrauben gedreht, der Motivationskatalysator aus den Trinkflaschen gesogen und das Kämpferherz defibrilliert.
Deutlich verbessert wurde Halbzeit zwei bestritten; der Anschlusstreffer ließ den Gastgebern nur sechs Minuten der Hoffnung, da Arthur den alten Vorsprung mit einem beeindruckenden Solo wiederherstellte. Schade, dass Ian´s Lionel-Lupfer am Querbalken landetet und zu allem Überfluss auch noch der erfolgreiche Nachschuss als Abseitstor keinen Eingang in die Statistik fand. Wir konnten das glücklicherweise verkraften; die letzten Minuten verwalteten unsere Turbineros problemlos die Szenerie und durften nach dem Schlusspfiff endgültig drei Punkte in die Reisetasche stopfen. Detlef Wißner, Tribünen-Edelgast, sprach nach der Partie von einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die in der kämpferischen Einstellung aller eingesetzten Spieler Glanzpunkte setzte. Das hätten wir ungefiltert dem „aktuellen Sportstudio“ überspielen können. Unbedingt an dieser Stelle noch beste Genesungswünsche an das Zorbau-Großgrimmaer Team verbunden mit der Hoffnung, dass der verletzte Knöchel sich schnellstmöglich erholt.

Turbine: Konsti Adler Kadoch; Muth, Schkopik, Schnurpfeil, Koegel, Reinhard, Kallen, Bose, Blech, Könemann, Everding, Berndt, Kahle, Eichstädt

 



5. Spieltag am 18. September 2016
Turbine Halle vs. VfB IMO Merseburg   1:7 (1:4)

von Sven Ziegler
Falls "die Bahn" Lokführer für ihre Personenbeförderung sucht, um die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zu verbessern, sollte sie dringend im A-Jugendkader des VfB IMO Merseburg aktiv werden. Mit welcher Geschwindigkeit der Kollege Seidemann auf der Außenbahn unterwegs ist, gehört schon in die Kategorie ICE mit Quad-core-Triebkopftechnik, die noch erfunden werden muss. Schon der erste Sprint nach 5 Sekunden ließ erahnen, dass sich der uns bekannte Fußball doch eher am Modus der Zeitlupe erklären lässt. Man sollte sich den Namen merken, aber nicht, um von ihm irgendwann einmal befördert zu werden, wohl eher taucht er in der Sendung "Sport im Osten" auf.
Das Spiel ist schnell erklärt, auch ein 1:7 kann sympathisch machen; wir haben uns so gut es ging verkauft, haben einige Fehler gemacht aber nie die Lichthupe ignoriert, die auf der linken Spur im Dauereinsatz aufflackerte. Man muss die Kirche im Dorf bzw. den Zug auf den Gleisen lassen; aber diese Mannschaft gehört so wenig in unsere Liga wie Eisbär oder Blauwal in den Serengeti Nationalpark Tansanias. Wir wünschen der IMO alles Gute in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga im kommenden Sommer und erreichen sie diese nicht, gilt es als wahrscheinlicher, dass der 31.Dezember 2016 als wärmster Tag des Jahres in die Statistik eingeht.

Turbine: Kadoch, Muth, Fehse, Schkopik, Könemann, Blech, Kahle, Reinhard, Kallen, Bose, Schnurpfeil, Berndt, Everding, Koegel, Eichstädt

 



4. Spieltag am 10. September 2016
JFV Sandersdorf-Thalheim vs. Turbine Halle  4:3 (3:3)

von Sven Ziegler
Das Eis wird dünner. Und das lag nicht an den tropischen 28 Grad, die zur Anstoßzeit über dem Sandersdorfer Fußballplatz lagen, sondern an der Erkenntnis, dass es eben nicht reicht, in der neuen Liga nur mithalten zu können. Aus allen Poren schwitzend, rannten, ackerten und kämpften unsere Turbineros gerade in den ersten 45 Minuten bravourös, egalisierten jede Führung der Gastgeber postwendend und durften mit einem überraschenden 3:3 in der Pause die Akkus aufladen. Nach 20 torlosen Minuten in Halbzeit zwei waren sich auch alle einig, dass auf dem überhitzten und überalterten Granulatgeläuf das Unentschieden gerecht sei und man durchaus einem vorgezogenen Schlusspfiff nicht nachtrauern würde. Und genau an diesem Punkt liegt der Hund begraben oder der Hase im Pfeffer. Der Schlusspfiff ertönte eben nicht und durch eine Unaufmerksamkeit im Abwehrverhalten stand der Innenpfosten genau an der richtigen Stelle, um den Ball ins eigene Tor zu lenken. Oder anders ausgedrückt: in Minute 65 regnete es Kacke vom Himmel und 11 Turbineros standen ohne Schirm da. Ein letztes Aufbäumen wurde mit einem Abseitstor belohnt, aber schon der Begriff Abseitstor verrät seinen Wirkungsgrad und ist mindestens so negativ behaftet und belanglos wie die RTL-Serie „Promi Shopping Queen“.
Wieder nur verschwitzte Wäsche im Gepäck, dazu einige Blasen und aufgeschürfte Oberschenkel; leere Trinkflaschen und Totenstille im Auto während der Rückfahrt. Klar, wir lassen uns die Suche nach Mister Optimismus nicht verderben und wissen auch, dass ein Mittel gegen Alzheimer weltrettender wäre als drei Punkte in einem Nachwuchsfußballspiel, aber dem Abstiegsgespenst jetzt auch noch einen offiziellen Sitzplatz im Auto zuweisen zu müssen ist nicht unbedingt eine dankenswerte Aufgabe. Wir könnten uns auch auf Schlaumeier Skripnik berufen, der Woche für Woche „so ist Fußball“ wiederholt. Das ist schön einfach aber nicht einfach schön.

Turbine: Schkopik; Reinhard, Könemann, Schnurpfeil, Koegel, Büchner, Kallen, Bose, Everding, Berndt, Blech, Kahle, Eichstädt

 



3. Spieltag am 2. September 2016
Turbine Halle vs. VfL Halle 96  0:1 (0:1)

von Sven Ziegler
Der „Affe“ ist nicht tot. Haben am vorletzten Wochenende unsere F1-Junioren die Klappe geschlossen, öffnete sie sich mit großem Geschrei am vergangenem Freitag mit voller Wucht. Die darwinsche Evolutionstheorie auf den Kopf stellend, schrie die Gästebank ihre Jugendlichen zum verdienten 1:0-Sieg. Unglaublich, wieviel verbale Einfallslosigkeit unser Felsen ertragen musste, um nach neunzig Fußballminuten endlich wieder intellektuell durchatmen zu können. Es ist schwer zu verstehen und nicht zu erklären, was der Ehrgeiz am eigentlich hochentwickelten Ende der Nahrungskette auslöst, um in der vorletzten Liga 18jähriger Breitensportler sämtliche Vorbildfunktionen auf heranwachsende Jugendliche die Saale herunterzuspülen. Während der gesamten Spielzeit konnte man den Verdacht nicht loswerden, dass unser Sport weit wichtiger ist als beispielsweise ein deutsches Atomendlager oder das Wahldebakel der CDU in Meck-Pomm. Die Liga kann sich auf massenhaft Worthülsen freuen; und da ist noch nicht mal vom ungefüllten Zwischenraum die Rede, wenn es nicht besonders gut läuft.
Nach dem Spiel in der Kabine dann das große Durchatmen: „Sind wir froh, dass du unser Trainer bist“....Danke Jungs....so sehe ich das auch.

Turbine: Kadoch; Muth, Schkopik, Fehse, Büchner, Kallen, Schnurpfeil, Krake, Eichstädt, Everding, Düfeld, Blech, Könemann, Kahle, Bose

 



2. Spieltag am 28. August 2016
Turbine Halle vs. VfB 1906 Sangerhausen   1:1 (1:0)

von Sven Ziegler
1950 Halle gegen 1906 Sangerhausen. Als diese Vereine gegründet wurden, hatten noch Walter Ulbricht bzw. Wilhelm der Zweite die Zepter in der Hand. Fußball aus dem Schacht gegen die ehemaligen Kraftwerker des Energiekombinates West. Das ist Oberkante Tradition; trafen doch 176 Jahre Fußballgeschichte am vergangenen Sonntag auf unserem Felsen aufeinander. Auch wenn sich nur die A-Jugend-Nachwuchsteams beider Vereine duellierten; die Begegnung roch förmlich nach dicker Staubschicht.
Die Sonne verwandelte unseren Felsen in gefühltes Lavagestein. 35 Grad im Schatten, aber an dieser erfreulichen Temperatur durften sich einzig die Wechselspieler in ihren Kabinenhäuschen erfrischen. Das Feld weit heißer und an einigen Stellen extrem braungebrannt, erinnerte an Parallelen zu vergangenen Teneriffa-Urlauben. Vier gefüllte Wassereimer am Rande der Spielfläche sollten für Abkühlung sorgen, aber leider fand sich in den Katakomben der Turbine-Arena nur ein 10-Litergefäß als Schweißbekämpfer. Hier der Dank an Tille Tillkowski, der nicht das erste Mal mit häuslichen Privatmitteln dem Verein entscheidende Hilfe bot.
Unsere Turbineros mussten im ungeliebten Rot antreten, spielten eine ordentliche erste Halbzeit und erarbeiteten sich einige großartige Torchancen. Auf feinen Pass von Ian donnerte Arthur in gewohnter Manier auf den Gästeschlussmann zu und man durfte sich wundern, dass nach heftigem Trikotziehen unser Stürmer das Jersey noch am Leib trug. Leider entschied Schiri Rosenberger ganz undiplomatisch auf „habe ich nicht gesehen“ und somit durfte sich wenigstens der Sangerhäuser Anhang grinsend die Schweißperlen von der Stirn wischen. Kurz danach doch das verdiente 1:0, da eben auch der Fußballgott die vorangegangene Fehlentscheidung nicht tolerieren konnte.
In Halbzeit zwei fiel unser Team ins Sommerloch. Unstrukturiert wurde dem Gegner die Initiative überlassen und nach dem Ausgleich wurde mehr Zeit mit Ballholen verdaddelt als effektiv die Rasenfläche zu bespielen. Schade, die Möglichkeit zum ersten Verbandsligadreier war möglich. Aber auch hier müssen wir den weisen Worten unseres Altinternationalen Tille Tillkowski´s folgen, der eben nicht nur Wassereimer zur Verfügung stellt: „Die Liga ist keine Sprintveranstaltung, die Liga ist ein Dauerlauf“. Wie wahr.

Turbine: Kadoch; Muth, Fehse, Schkopik, Kahle, Eichstädt, Kallen, Blech, Fütterer, Everding, Könemann, Büchner, Krake, Bose, Schnurpfeil

 



Landespokal 1.Runde am 21. August 2016
VfB Germania Halberstadt vs. Turbine Halle   3:1 (1:1)

von Sven Ziegler
Landespokal, erste Runde: der Verbandsliga-Aufsteiger Turbine Halle muss beim Staffelfavoriten (Verbandsliga/Staffel Nord) in Halberstadt antreten. Tolles Los. Da pfiffen schon die Spatzen von diversen Bungalowdächern kurz nach der Auslosung mitten in den Ferien, dass man sich anständig aus diesem Wettbewerb verabschieden könne. Nun kann man selbstverständlich bei der Germania verlieren, muss man aber nicht. Uns wurde der rote Teppich ausgerollt, die Stadt spendierte uns 90 Pokalminuten auf ihrer heiligsten Grünfläche: im Regionalligastadion, Platz eins der wunderschönen Sportanlage. Unsere Turbineros durften durch einen Spielertunnel das Feld betreten, die Kabinenbelegung wurde per Videomonitor angezeigt. Das also bietet die vierte (Männer) Liga im Vorharz. Bei diesem Empfang sollte man eigentlich gleich den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parken, da Wettkampfbedingungen und spielerisches Können irgendwie im Gleichgewicht liegen sollten. Nervös begannen unsere Turbineros und legten diese Eigenschaft nie ganz ab. Deutlich motiviert bestimmten die Gastgeber das Geschehen, allerdings nicht ohne einige Torchancen für die Gastmannschaft zuzulassen. 1:1 stand es zur Pause, da Arthur einen Blackout der Heimmanschaft eiskalt verwertete.
1:1. Also wird man hier doch nicht wie vermutet an die Wand gespielt. Das änderte sich auch nicht grundlegend nach der Pause, obwohl das zweite und dritte Tor der Gastgeber die zweite Pokalrunde für unsere Turbineros weit hinter den Brocken schob. Natürlich war es ein verdienter Erfolg der Germania, aber das Erwartete, welches eintrat, ist wenig kommentierenswert. Die Spatzen haben es gewusst, viele andere auch: Wir haben uns anständig aus dem Pokalwettbewerb verabschiedet; wir durften die große Bühne betreten und unsere Hütchen zum Warmmachen auf dem Zwirn verteilen und wir haben auf der Rückfahrt herausgearbeitet, das irische Bettler keinen Anspruch auf Mindestlohn haben. Im Ferienlager hätte man geschrieben: Essen war gut....Wetter auch....

Turbine: Kadoch; Muth, Schnurpfeil, Koegel, Schkopik, Kallen, Bose, Blech, Reinhard, Könemann, Eichstädt, Kahle, Everding, Berndt

 



1. Spieltag am 14. August 2016
SV Merseburg 99 vs. Turbine Halle   2:2 (1:0)

von Sven Ziegler
Das Spiel des Jahres heißt nicht Bayern gegen Dortmund oder Barca vs. Real ... nein, es heißt Pokémon GO. Unglaublich, welche Sucht die virtuellen Kleingeister auf den Smartphonedisplays entfachen, um die Weltgemeinschaft wieder ein Stück näher an den Abgrund zu treiben. Da scheint es fast heroisch, den Jungs neunzig Minuten lang die Jagd nach einem real existierenden Ball mit real existierenden Gegnern nahe zu bringen. So geschehen am vergangenen Sonntag im Merseburger Stadtstadion, wo unsere A-Jugend in das Abenteuer Verbandsliga eintauchte.
Herrliches Wetter, ein gepflegter Platz, eine Internetleitung von 1992 und kaum Zuschauer; so die Rahmenbedingungen unseres Auftaktmatches.
Es war die erwartet schwere Aufgabe und in Halbzeit eins zeigte sich auch deutlich, welche Mannschaft den Neuling in dieser Klasse stellte. Deutlich dominierend beherrschten die Gastgeber das Geschehen und gingen auch völlig verdient mit 1:0 in die Pause, auch wenn dieses Gegentor als Geschenk in die Statistik eingehen sollte. Wie immer in Halbzeitpausen nach knappen Rückständen wird der mögliche Ausgleich anmotiviert und die Rückfahrt mit leeren Händen sollte auch vermieden werden, schon um die Suche nach Taubsi und Rattfratz während der Rückfahrt für den Trainer und Chauffeur erträglicher zu gestalten. 2:0 in Minute 53, dazu bereits drei gelbe Karten; die Hoffnung verschwand so schnell wie Zaptos.
Woher danach das Wasser kam, welches unsere Turbine zum Laufen brachte, ist nicht zu erklären. Plötzlich lief der Ball im Mittelfeld, die Merseburger Hälfte wurde zum Dauerspielplatz und unsere Jungs wehrten sich hochmoralisch gegen eine Auftaktniederlage. Arthur und Ian belohnten diese Phase und stellten auf Ausgleich. Mit unseren Wechselspielern wehte auch frischer Wind über die Aussenbahnen, sodass von "unverdient" auch kein Heimsympathisant mehr sprechen konnte. Gut gemacht Männer, die letzten 35 Minuten der Partie müssen aber wohl zum Standard werden, um nicht irgendwann tabellenrot eingefärbt die versteckten Taschenmonster in der kommenden Saison wieder am Muldestausee zu suchen.

Turbine: Kadoch; Muth, Fehse, Koegel, Reinhardt, Bose, Schkopik, Kallen, Blech, Kahle, Everding, Könemann, Eichstädt, Berndt