Spielberichte 2017/2018
 



17. Spieltag am 2.Juni 2018
TSG Kröllwitz II vs. Turbine Halle III   2:3 (1:1)

von Andrej Stephan
Durch einen 3:2-Auswärtssieg im Derby der beiden Saaleanrainer hat unsere dritte Mannschaft das Saisonfinale eingeläutet.
Am Kröllwitzer Ochsenberg begannen die akut abstiegsgefährdeten Gastgeber druckvoll und gingen in der 8. Minute durch eine Direktabnahme von Felix Fahnert früh in Führung. In der Folge aber fand T3 besser ins Spiel, erarbeitete sich gute Tormöglichkeiten und kam nach 40. Minuten durch Daniel Wichmann verdient zum Ausgleich - Patrick John und Florian Lichtner hatten den Treffer ausgezeichnet vorbereitet.
Auch in Durchgang zwei blieb T3 wacher und stellte durch einen trockenen Linksschuss von Andrej Stephan (63.) nach Vorarbeit von Daniel Wichmann und einen Foulelfmeter von Leon Thürkow (67.) auf 3:1. Kröllwitz II stemmte sich mit Einsatz, Leidenschaft und vielen Standards gegen die drohende Niederlage, kam aber nur noch zum 2:3-Anschlusstreffer (77.), während Turbines Dritte ein halbes Dutzend bester Chancen zur Vorentscheidung bei den sich nun bietenden Kontermöglichkeiten teils kläglich versiebte.
Unter dem Strich steht dennoch ein verdienter Auswärtserfolg und die Möglichkeit, in den noch verbleibenden beiden Partien der kommenden Woche den vierten Tabellenrang einzutüten.

 



7. Spieltag am 21.Oktober 2017
Turbine Halle III vs. SG Halle 05 I   4:1 (1:0)

von Sven Ziegler
Von 5-3-2 auf 4-3-3 zum 4:1. Diese Taktikumstellung mitten in der Kreisklasse brachte die Wende zum dritten Oktoberdreier für Turbines Elftligateam. Bis dahin bettelten die alten und unbegabten Felsenkicker gegen neun Nullfünfer, die ebenfalls mit einigen Vorruheständlern angereist waren, um den Pokal der Unterirdischkeit. Es wurden Torchancen vergeben, die in achtzig Prozent der Fälle zum Vereinsausschluss führen, da aus einem Meter Entfernung nicht das leere Nordtor, sondern das Dach des Kindergartens in der Rainstraße getroffen wurde und die technischen Unzulänglichkeiten eher an Völkerball als an Fußball erinnerten. Einzig Jonny und Olli stachen aus dem Ensemble der Unvollkommenen heraus und diesen beiden war es auch zu verdanken, dass die auf mittlerweile 9 Feldspieler angewachsene erste Herrenmannschaft des Gegners 70 Minuten lang nicht den Punktedreier in Sack und Tüten verpacken durfte. Dass letztendlich die physische Verfassung unseres Teams ausreichte, um in den verbleibenden 20 Restminuten die Spielanteile in das entsprechende Ergebnis umzusetzen, ist einzig Taktiktüftler und Chefcoach Tingel Schmidt zu verdanken, der sich mindestens die goldene Trainingsnadel ans Revers heften darf. Auch ist hervorzuheben, dass trotz aller fußballerischen Talentbeschränkungen der Erfolgsglaube immer im Sichtkegel blieb und mit Leons Büchsenöffnertor in Minute 75 der Sieggedanke greifbarer wurde und letztendlich auch der Kindergartensachbeschädiger mit einem herrlichen Lattenunterkantentreffer seinen Vereinsausweis behalten durfte. „Das Spiel sah von innen nicht besser aus als von außen“, so die Worte der Turbinelegende Henry S.; und doch klettert trotz aller Mangelerscheinungen des Felsens „Dritte“ unaufhaltsam in Richtung Tabellennorden. Dies wird auch unserem etatmäßigen Kapitän, zum Spieltag in Ostböhmens Pilshäusern unterwegs, gefallen. Turbine Halle, von FSA-Geschäftsführer Christan Reinhard als atypisch geführter Verein während des Vereinsdialogs am vergangenen Mittwoch gewürdigt, spielt (auch) einen Kreisklassefußball, bei dem auf der linken Seite japanisch sprechende Psychologen und auf der rechten Seite Physikstudenten unterwegs sind; das Tor von einem Rechtsgelehrten gehütet wird und in der Zentrale die Politikwissenschaft zu Hause ist. Da ist ein Nobelpreis wahrscheinlicher als Tempofußball aus einem Hochglanzprospekt.

Turbine: Dürschke; Ziegler, Beyer, Könemann, Baum, Stephan, Seidel, Thürkow, Solf, Marenbach, Bergmann, Kutman, Reinhold, Griethe

 



5. Spieltag am 1.Oktober 2017
Turbine Halle III vs. SG Motor Halle III   4:0 (1:0)

von Sven Ziegler
Turbine vs. Motor, das klang nach einem Wettstreit ungefilterter Energieoptionen, einem Spiel am Limit zwischen Turbokompression und Dampfkolben, einem Duell der Trainer James Watt gegen Nikola Tesla. Da aber hinter beiden Vereinsnamen eine „drei“ gemeißelt steht, relativierte sich die Erwartungshaltung auf ein Minimum, sodass die anwesenden 17 Zuschauer ohne Schnappatmung die 90 Minuten Kreisklassefußball bewundern konnten. In der elften Liga wird schneller Bier getrunken als Fußball gespielt, es ergeben sich Räume, aus denen Raumfahrtnationen Raketenstartplätze bauen und intelligente Kameras sich über ihre Menüoption äußern, den Slow-Motion-Modus bitte abzuschalten.
Und genau diese Ausgangspunkte liefern die großen Geschichten der Kreisklasse. Hier wird von Helden gesprochen, die Außergewöhnliches leisten, es treffen unbegabte Holzfußballer in den Winkel und unter Walter Ulbricht geborene erleben ihren zwölften Frühling. So auch in Minute 2, als ein Zuspiel Kenan Kutman erreichte, wobei der Begriff Zuspiel schon infrage gestellt werden musste; unsere Nummer 11 aber so gekonnt das Spielgerät formvollendet in die lange Ecke schlenzte, das jeder türkische Fußballfunktionär den Mann vom Bosporus zum EM-Botschafter 2024 küren sollte. Ein Traumtreffer ohne jegliche Chance, zum „Tor des Monats“ gewählt zu werden; kein Smartphone, keine Kamera, kein Fotoapparat hielt diesen Blitzmoment fest. Einzig die ca. 80 Augen auf der „Baustelle Felsen“ dürfen noch in Jahrzehnten vom ersten Oktober 2017 um 14.02 Uhr schwärmen.
Weitere Details vom Spiel sind nach dieser Jahrhundertaktion kaum beschreibungswürdig, außer das wandelnde Feuchtgebiete mit trockenen Schüssen Treffer erzielen können, dass Moritz Jung die attraktivsten Zuschauerinnen auf den Platz lockte und dass verschnupfte Eisbären in der Lage sind, den Doppelnullstatus (beide Halbzeiten ohne Gegentor) zu erspielen.
Das Trainerduo Schmidt/Ziegler, mit Wassersäcken, Gummibändern, Sandhanteln und Taktikbrettern ambitioniert in die Vorbereitung gestartet, kann sich über die Länderspielpause zurücklehnen und den ersten „Dreier“ begießen, der aktuell „ehrenamtlich“ fünfte Platz katapultiert Turbine drei aus der Abstiegszone zu Liga Nummer 12. Die Kraft des Wassers, welches T3 bis zum Hals stand, hat ausgereicht, um die Turbinen in Schwung zu bringen und die Zündkerzen der Motoren zu verwässern. Wie sagte so treffend der überzeugend leitende Schiri Quaaßdorff: „Für eine dritte Mannschaft spielt ihr ja guten Fußball“. Das kommt auch in Ligen gut an, in welchen der Preis des Spielballs den Marktwert der sich duellierenden Mannschaften deutlich übersteigt.

Turbine: Dürschke, Eisbär, Stephan, Jung, Schmidt, Bergmann, John, Beyer, Könemann, Ziegler, Kutman, Thürkow, Marenbach, Lubenow